Roger Liesaus | Dr.-Ing. | Taucha

 

Während meiner Lehre zum Werkzeugmacher, Ende der siebziger Jahre, hatte ich in Böhlitz-Ehrenberg die erste Berührung mit dem Dokumentarfilm. Ein von dem Kinoenthusiasten Detlef Grahl ins Leben gerufener Jugendfilmclub führte mich an den Dokumentarfilm heran und so wurde ich, mit Unterstützung meines Ausbildungsbetriebes, zu den Dokumentar- und Kurzfilmfestival nach Neubrandenburg delegiert. Unter den vielen geführten Gesprächen ist mir besonders die Begegnung mit Gitta Nickel in Erinnerung geblieben.

 

In den achtziger Jahren, während des Studiums zum Maschinenbauingenieur, spielte ich im Studentenkabarett der Technischen Hochschule Zwickau „Die Reizzwicken“ mit. Auch hier war die Begegnung mit einem besonderen Menschen, dem Schauspieler Michael Kleinert, der unser Kabarett leitete und Regie führte, prägend.

Nachdem Michael Kleinert ans Neue Theater Halle ging, habe ich das Kabarett noch zwei Jahre, bis zu dessen Verbot im Frühjahr 1989, geleitet.

 

Kleine literarische Ausflüge habe ich mit den „Schulgeschichten“ und der „Ostseerundfahrt“ unternommen.

 

Neben meiner beruflichen Tätigkeit, beschäftige ich mich seit 2008 mit dem Thema Industriekultur mit zunehmender Intensität. Zunächst galt mein Interesse meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, „VEB Wälzlagerwerk Leipzig“ und dessen Betriebsteil 6, dem früheren Stanzereibetrieb „Fritz Schulze & Co.“. Dann nahm ich mit dem Verein Museum für Galvanotechnik gemeinsam am 1. Tag der Industriekultur in Leipzig teil und dies führte auch zum ersten Kontakt mit dem Filmemacher Enno Seifried. Gemeinsam arbeiteten wir am dritten Teil der „Geschichten hinter vergessenen Mauern“. Im Jahr 2014 haben wir zum Tag der Industriekultur für einen Tag einen verlassenen Betrieb wieder belebt, den Standort des ehemaligen "VEB Dieselmotorenwerk Leipzig - DIMO". Später erstellen wir die beiden Dokumentarfilme „INDUSTRIEkultur LE“, die als Eröffnungsfilme für die Tage der Industriekultur in Leipzig erstmals gezeigt wurden.

 

Seit 2017 widme ich mich dem Thema Dokumentarfilm ganztägig und kann nun den ersten Film über eine Industriebrache in meiner Heimatstadt Taucha vorlegen: „MIMO – Geschichte eines Werkes“.